2017-11-13 22:29:30

ERSTER KURS IN SLOWENIEN MIT ANNA EICHINGER - Academic Art of Riding

Auszug von Anna Eichinger: https://annaeichinger.com/6w-akademische-reitkunst/


Was ist die Akademische Reitkunst?

Der Begriff bezieht sich auf die historischen Reitakademien, die während der Renaissance überall in Europa zu finden waren und deren Ziel die künstlerische, geistige und körperliche Ausbildung von Mensch und Pferd war. Und genau dieses Wissen aus der damaligen Zeit, das Wissen der „Klassiker“ wie Xenophon, Guérinière, Pluvinel, Newcastle, Steinbrecht….findet im „Akademisch Reiten“ heute wieder praktische Umsetzung.

Wer prägt die Akademische Reitkunst?

Der Begriff „akademische Reitkunst“ wurde in den letzten Jahren ganz deutlich durch die Arbeit von Bent Branderup geprägt.
Er setzte sich über Jahre mit den Lehren der alten Meister auseinander, übersetzte teilweise ihre Texte neu und analysierte klassische Reitergemälde. In das erworbene Wissen lässt er laufend aktuelle moderne wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Physiologie, Pädagogik und Veterinärmedizin einfließen.
Seine eigene Ausbildung absolvierte er unter anderem in der königlichen Hofreitschule in Jerez de la Frontera, bei Nuno Oliveira in Portugal und bei Egon von Neindorff in Deutschland.

Wie funktioniert akademische Reitkunst?

In der Akademischen Reitkunst lautet die oberste Prämisse: Das Pferd soll durch gezieltes Muskeltraining in die Lage versetzt werden, das Gewicht des Reiters in allen Lektionen ohne Schaden an Leib und Seele ein Leben lang tragen zu können (das bezieht sich auch auf jene Pferde, die gerne und wie ich finde irrtümlicherweise als „Gewichtsträger“ bezeichnet werden).

Und: Wir wollen doch sicherlich ein Pferd, das auch gerne mit uns Zeit verbringt!
Akademische Reitkunst ist eine lange Reise, eine Beschäftigung mit vielen Detailfragen, die man an sich selbst und an das Pferd stellt. Durch die sehr genaue Hilfengebung lernt das Pferd auf die Hilfen zu reagieren und nicht zirzensisch Lektionen abzuspulen.
Der Reiter muss vor allem sein Gefühl und Auge schulen – eine Sache, die schwierig scheint, aber lohnt. Vielen mag der Weg lang erscheinen – aber wer sich viel Zeit für die Basis nimmt, erntet später umso mehr harmonische Momente.

Wie schon beschrieben – es geht um die Schulung einer feinen Hilfengebung und Kommunikation zwischen Mensch und Pferd.

Dadurch stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung:

– Bodenarbeit
– Longenarbeit
– Handarbeit von innen und von außen geführt
– Arbeit am Langen Zügel
– Arbeit zwischen den Pilaren
– Schulung der Kommunikation vom Sattel aus

Dem Menschen stehen dabei primäre und sekundäre Hilfen zur Verfügung. Als Primäre Hilfe wird in der Akademischen Reitkunst der Sitz bezeichnet, primär deshalb weil es eine Hilfe ist, die niemals aussetzen kann – es sei denn der Reiter steigt vom Pferd. Als Sekundäre Hilfen werden Stimme, Hand, Bein, Gerte usw. bezeichnet.